FDP-FRAUEN-1

It´s just one small step for me …

Ja, ein bisschen erscheint es mir tatsächlich wie die Mondlandung. Dass ich in eine Partei eintrete, war bisher eher unwahrscheinlich, denn ich mag es gar nicht, mich mit anderen abstimmen zu müssen. Vor Jahren hatte ich die Idee, einen Verein zur Erhaltung des handgeschriebenen Briefes zu gründen. Doch als ich feststellen musste, dass ich dazu sechs weitere Kombattanten benötigte, gab ich das Projekt auf. Und nun liegt der Aufnahmeantrag für eine deutsche Partei vor mir, fertig ausgefüllt. Zwischen diesem Antrag und dem Start meines aktiven politischen Daseins liegen ein Kuvert und eine Briefmarke.

Wie konnte es dazu kommen?

Es gibt genau zwei Gründe: Zum Einen will ich wissen, was hinter den Kulissen geschieht? Ich will mitmischen bei den Entscheidungen, die dieses Land betreffen. Von Grund auf bin ich kein Ehrenamtler, viel mehr denke und analysiere ich, will diskutieren und Entscheidungen treffen. Ja, ich liebe es, Entscheidungen zu treffen. Bevor ich das kann, muss ich jedoch verstanden haben, worum es geht – verstanden und nicht gefühlt haben, was richtig und gut ist. Und ich kann die Entscheidungen der Politik nicht verstehen, wenn ich sie stets nur aus zweiter Hand erhalte. Ich will dabei sein!

Zum Anderen sind die Zeiten äußerst politisch und es wird keinen besseren Moment geben, als diesen, um sich einzubringen. Im Grundgesetz steht, dass ich als Teil des Volkes der Souverän bin. So fühle ich mich aber nicht. Ich fühle mich unwissend und von Gefühlen gelenkt, in Zeiten des Wahlkampfes von emotionalen Parolen hin und her geschmissen. Das halte ich für ungut. Das will ich ändern. Dafür benötige ich einen Standpunkt innerhalb des Systems. Von dort aus, kann ich mich orientieren und die Dinge angehen, sie verstehen lernen.

Also mache ich einen großen Schritt und trete in die FDP ein. Warum die FDP? Nun, das hat der Wahl-O-Mat gesagt. Meine Ansichten stimmen laut dieses Tools zu 65 Prozent mit denen der FDP überein. Aber auch zu 55 Prozent mit den Ideen der Linken. Also, warum nicht die Linke? Ich habe mich immer für eine Linke gehalten, die sich für Gerechtigkeit und Chancengleichheit und für den Freigeist einsetzt. Das tue ich auch. Ich möchte jedoch, dass der Mensch dabei frei ist, dass sich Gerechtigkeit aus der Mitte der Bevölkerung entwickelt und nicht von oben verordnet wird.

Ich habe die FDP und die LINKE verglichen, ich habe mich wirklich bemüht und meine persönlichen Contrapunkte gesammelt. Ich stimme mit der FDP in außenpolitischen Fragen nicht komplett überein. Die Punkte Bildung, Steuern, Unternehmen und noch ein paar andere Dinge gefallen mir der Linken nicht.

Die Vergangenheit beider Parteien spielen bei meiner Entscheidung keine Rolle. Es ist mein Nullpunkt, der Beginn der Aktion und das Ende der Reaktion, es ist mein Ausstieg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Die Frage, ob diese Wahl die richtige war, wird sich erst in einem Jahr beantworten lassen. Bis dahin bin ich unterwegs.

 

Juliane Uhl / baldiges Mitglied der Freien Demokraten

 

PS: Kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten, ist aber durchaus ernst gemeint.

 

Zur weiteren Recherche: